Schulleben
Die Rhythmisierung des Schullebens als Kernelement der Pädagogik Maria Montessoris steht im Ablauf des Schuljahres, der Schulwoche und schließlich auch des Schultages im Zentrum. Das gemeinsame Beginnen des Schuljahres ist ein wesentlicher Bestandteil der Verbundenheit der Schüler*innen untereinander, auch über die eigene Klassenstufe hinweg. Wir wachsen als Schulgemeinschaft zusammen.
In der ersten Schulwoche stehen die „Starttage“ im Zeichen der drei Säulen unserer Schule: Montessori-Pädagogik, Inklusion und christlich-ganzheitliche Bildung. Für die Schüler*innen der 5. Klassen bieten zwei Kennenlerntage die Möglichkeit, Gemeinschaft zu erleben, erste Kontakte zu knüpfen und sich in der neuen Schulumgebung zu orientieren. Outdoor-Aktivitäten und eine gezielte Kennenlern- und Einführungsphase erleichtern den Einstieg in den neuen Lebensabschnitt.
Das Schuljahr endet in den 5., 6. und 7. Klassen mit einer „Projektwoche“. In der 5. Klasse steht eine „Erlebniswoche“ auf dem Programm, die in Österreich oder angrenzenden Ländern stattfindet. In der 6. Klasse ist eine Reise in ein osteuropäisches Land vorgesehen, wo die Jugendlichen je nach ihrem Schwerpunkt sozioökologische und kulturhistorische Hintergründe erforschen sollen. Alternativ wird von einigen Klassen auch ein Demokratie- und EU-Schwerpunkt gewählt. In der 7. Klasse soll in Form einer kombinierten Sprach- und Kulturreise nach Frankreich bzw. Spanien durch das Eintauchen in Land und Sprache, Kultur erlebbar werden und so zum Verständnis anderer Kulturen beitragen.
In jeder Schulwoche gibt es eine Stunde „Soziales Lernen“, in der die Schüler*innen die Möglichkeit zur Mitgestaltung des Schullebens und der Vertiefung ihrer Klassengemeinschaft haben.
Den Lernbedürfnissen der Jugendlichen entsprechend beginnt der Unterricht am MORG um 8.30 Uhr und dauert in der Regel von Montag bis Donnerstag bis maximal 16.50 Uhr. Am Freitag endet der Unterricht um 14.05 Uhr. Unverbindliche Übungen können außerhalb der regulären Unterrichtszeit stattfinden.
Jeder Schultag beginnt mit einer 10-minütigen Stilleübung, in welcher der Tag gemeinsam und in Ruhe im Klassenverband begonnen wird. In täglichen Stilleübungen in Form von meditativen oder gemeinschaftsfördernden Aktivitäten und Ritualen erfahren unsere Schüler*innen die notwendige Ruhe, aus der Konzentration und Gemeinschaftsgefühl entstehen. Anschließend wird in Input- und Freiarbeitsphasen in den Klassen gearbeitet. Im Zentrum steht dabei das eigenverantwortliche Lernen und Lerngespräche mit den anwesenden Fachlehrpersonen. Regelmäßig wird der Unterricht durch Projekttage, Lehrausgänge und Exkursionen vertieft, um das theoretische Wissen auch „greifbar“ zu machen.
Freie Wahl der Arbeit
Kernstück des Unterrichts am MORG ist die nach den Prinzipien Maria Montessoris gestaltete „Freie Wahl der Arbeit“. Die Jugendlichen können in weiten Teilen des Unterrichts selbst entscheiden, welche Arbeiten und Lerninhalte einer Phase sie wann bearbeiten. Inputphasen und freie Arbeitsphasen wechseln sich dabei ab. Sie lernen zu entscheiden, ob sie in den freien Phasen besser alleine oder in einer Gruppe die Arbeiten erledigen. Ermöglicht wird diese Arbeitsweise durch die „vorbereitete Umgebung“, für die das Studienbuch und die verschiedenen Phasenpläne wesentlich sind.
Eigenverantwortliches und selbstständiges Lernen bedeutet:
- Erfahrung von Lerninhalten durch das „eigene Tun“, nicht durch „Konsumation“, wodurch sie wesentlich nachhaltiger gefestigt werden
- Förderung individueller Interessen und unterschiedlicher Lernfortschritte
- kreatives und reflexives Lernen
- Selbstwahrnehmung von Stärken und Schwächen
Studienbuch
Unsere Schüler*innen erhalten zu Beginn des Schuljahres ein Studienbuch, in welchem für jedes Fach der gesamte Jahresstoff kompetenzorientiert abgebildet ist. Das Schuljahr ist in 4 Phasen eingeteilt, für die in jedem Fach Phasenpläne erstellt werden, mit denen die Jugendlichen dann in der Folge mit der vorbereiteten Umgebung eigenverantwortlich lernen können. Regelmäßig überprüfen die Schüler*innen auch selbst, welche Kompetenzen sie in der Phase wie gut erarbeitet haben und wo „nachgearbeitet“ werden muss.
Feedback und Selbsteinschätzung spielt dabei eine wichtige Rolle und findet auch im IZEL (Information zum Entwicklungs- und Leistungsstand) ihren Platz, durch das 2x jährlich eine differenzierte Rückmeldung an die Eltern gegeben wird, ihren Platz.
Das Studienbuch soll den Jugendlichen:
- verdeutlichen, welches Wissen sie im Laufe eines Schuljahres erwerben können,
- helfen, den eigenen Lernfortschritt zu erkennen und kritisch zu reflektieren,
- Unterstützung geben, Eigen- und Fremdwahrnehmung zu erkennen und zu fördern,
- eine individualisierte Förderung ermöglichen und
- Beurteilungskriterien offen und transparent machen.