Montessori-Pädagogik
Die Montessori-Pädagogik stellt den jungen Menschen und die Entwicklung seiner Potenziale, Fähigkeiten und Interessen in den Mittelpunkt pädagogischen Handelns. Gerade in der oberen Sekundarstufe bedeutet das für uns: Jugendliche auf ihrem Weg zu zunehmender Selbstständigkeit zu begleiten, ihnen Verantwortung für das eigene Lernen zuzutrauen und gleichzeitig Orientierung, verlässliche Strukturen und persönliche Unterstützung zu bieten.
Am MORG leben wir Montessori-Pädagogik in vielen Bausteinen, die gemeinsam ein Lernen auf Augenhöhe und in einer unterstützenden Umgebung ermöglichen:
- Freiarbeit in unserem großzügigen Freiarbeitsbereich: Schüler*innen planen und organisieren Teile ihres Lernens selbstständig, setzen individuelle Schwerpunkte und lernen, Verantwortung für ihre Arbeitsprozesse zu übernehmen.
- Eine vorbereitete Umgebung: Räume, Materialien und Lernangebote sind so gestaltet, dass konzentriertes, selbstständiges und kooperatives Arbeiten möglich wird.
- Individualisierte Rückmeldungen: In unseren IzELs – Informationen zum Entwicklungs- und Lernstand – erhalten Schüler*innen und Eltern differenzierte Rückmeldungen zu Lernfortschritten, Arbeitsverhalten und persönlicher Entwicklung.
- Individuelle Lernbegleitung: Jede*r Schüler*in wird von einer persönlichen Lernbegleiterin bzw. einem persönlichen Lernbegleiter unterstützt. Diese kontinuierliche Begleitung schafft Raum für persönliche Gespräche, gemeinsame Reflexion und individuelle Zielsetzungen.
- Begabten- und Begabungsförderung: Schüler*innen werden darin unterstützt, eigene Potenziale zu entdecken, weiterzuentwickeln und besondere Herausforderungen anzunehmen. Unser Kollegium ist aktiv in die Arbeit und Entwicklung des ÖZBF (Österreichisches Zentrum für Begabten- und Begabungsforschung) eingebunden.
- Stille und Achtsamkeit im Schulalltag: Tägliche Stilleübungen schaffen bewusste Momente des Innehaltens. Sie laden dazu ein, zur Ruhe zu kommen, die eigene Wahrnehmung zu schärfen und mit neuer Konzentration in den Schulalltag zurückzukehren.
- Ganzheitliches Menschenbild: Wir glauben an die Einzigartigkeit und das Potenzial jedes jungen Menschen. Als konfessionelle Schule sehen wir Individualität, Spiritualität und Sinnsuche als wertvolle Ressourcen für die persönliche Entwicklung. Wir ermutigen Jugendliche, ihre eigenen Stärken zu entdecken, über sich selbst hinauszuwachsen und Gemeinschaft als Ort der Zugehörigkeit, gegenseitigen Verantwortung und persönlichen Entfaltung zu erleben.
- Gemeinschaft und Lernen auf Augenhöhe: Respekt, Kooperation und gegenseitige Unterstützung prägen unseren Schulalltag. Die Jugendlichen erleben Schule als Gemeinschaft, die sie aktiv mitgestalten können, insbesondere im wöchentlichen sozialen Lernen.
Die Montessori-Pädagogik geht auf die italienische Ärztin und Pädagogin Maria Montessori zurück, die an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert neue Wege des Lernens und Lehrens entwickelte. Im Mittelpunkt ihrer Pädagogik stehen die Freiheit und Selbstständigkeit des jungen Menschen, das Vertrauen in seine Entwicklungspotenziale und eine Lernumgebung, die eigenverantwortliches, konzentriertes und nachhaltiges Lernen ermöglicht, um verantwortlich und mutig, den Herausforderungen unserer Zeit begegnen zu können.
Qualifizierte Montessori-Lehrpersonen
Eine Ausbildung in Montessori-Pädagogik ist stets eine Zusatzqualifikation zum regulären staatlichen Lehramtsstudium. Alle unsere Lehrpersonen haben entweder eine abgeschlossene Zusatzausbildung in Montessori-Pädagogik (Zertifikat, 8 ECTS) oder einen Basiskurs in Montessori-Pädagogik mit vier Modulen absolviert.
Vernetzt, offen und in Entwicklung
Unsere Schule ist Mitglied im Montessori-Verband Österreich, darüber hinaus sind wir Teil von Schulen im Aufbruch Österreich.
Montessori-Pädagogik verstehen wir nicht als fertiges Konzept, sondern als eine Pädagogik, die von Beobachtung, Reflexion und Weiterentwicklung lebt. Deshalb sind wir offen für Hospitationen und kollegialen Austausch, nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil und beteiligen uns an Forschung und Schulentwicklung.
Dr. Manuela Schlick
Forschung und Ausbildung